Glossar
Gussmauerwerk
Grundsätzlich wurden im Burgenbau drei Steinarten für das Mauerwerk verwendet: zum einen nicht bzw. grob behauene Bruchsteine, zum anderen sorgfältig gefertigte Quader und in den steinarmen Gebieten Norddeutschlands Backsteine und Ziegel. Wie dick Burgmauern waren, hing vom verwendeten Material, dem Sicherheitsbedürfnis des Bauherrn und der Lage ab. Bei Flachlandburgen waren sie meist dicker als bei den unzugänglichen und vor Belagerungsmaschinen nahezu sicheren Bergnestern. Grundsätzlich waren die Mauern auf der Angriffsseite am stärksten. Weniger gefährdete Mauern brauchten nur aus einer Steinreihe zu bestehen (einschalig), bei dickeren Mauern errichtete man zwei Steinreihen (zweischalig) und ab einer Mauerstärke von ca. 1,5 Metern wendete man die Dreischalentechnik, zwei Mauern mit Innenfüllung, an. Die Stärke der mittelalterlichen Burgmauern betrug beim Bergfried im Durchschnitt 2 – 3 Meter, bei der Ringmauer 0,8 – 1,5 Meter, bei Palasmauern 1,20 – 3 Meter, bei der Schildmauer 1,50 – 3 Meter und bei Innen - und Zwischenwänden 0,60 - 1,20 Meter. Dies sind nur ungefähre Angaben. Bei manchen Burgen, vor allem in späterer Zeit, kommen erheblich stärkere Mauern vor.